Auch in Privathaushalten ist die Frage, ob das Backofen-Vorheizen sinnvoll ist, berechtigt in Zeiten der steigenden Energiekosten. Das Vorheizen eines Backofens ist mit nicht unerheblichen Mehrkosten beim Stromverbrauch verbunden und nachteilig für unsere Umwelt.

Meistens finden Sie den Hinweis auf das Vorheizen in allen Rezepten als ersten Arbeitsgang unabhängig davon, wie lange die Vorbereitung dauert.

Erst danach wird mit dem Zubereiten der jeweiligen Speise begonnen. Dadurch können schon mal 30 Minuten und mehr vergehen. Dabei lassen sich bis auf wenige Ausnahmen die meisten Gerichte ohne langes Vorheizen in den Ofen schieben.

Tatsächlich nötig ist das rechtzeitige Vorheizen des Backofens nur bei sehr empfindlichen Teigen, damit sie nicht zusammenfallen, eine schöne Kruste bilden oder eine lockere Konsistenz erhalten. Das gilt für:

  • Bisquitteig
  • Brandteig
  • Blätterteig
  • Soufflée
  • Einige Brotteige mit Hefe

Bei vielen Gerichten können Sie sich also das Vorheizen des Backofens sparen. Nur bedenken Sie, dass sich die Backzeit dadurch verlängert und Sie das Gericht öfter kontrollieren müssen. Jeder Backofen heizt anders und kann durch die Stromzufuhr und/oder die Backraum-Temperatur andere Back-Ergebnisse als in den Rezepten angegeben erzielen. Die Rezept-Angabe ‚..im vorgeheizten Backofen..‘ mit einer bestimmten Temperatur dient also eher der praktischen Weitergabe des Rezeptes.

Mit einem zusätzlichen Backthermometer können Sie die Temperatur selber genauer beeinflussen.

Einen Unterschied macht das Backen bei Ober-/Unterhitze oder Heißluft. Bei Heißluft kann die Temperatur etwa um 20-30 Grad niedriger sein als beim Backen mit Ober-/Unterhitze.

Die Stiftung Warentest rät zum Thema Backofen vorheizen:

„Verzichten Sie auf das Vorheizen und sparen Sie Strom: Bei Ober-/Unter­hitze etwa 0,4 bis 0,5 Kilowatt­stunden (rund 10 bis 13 Cent), bei Heiß­luft 0,2 bis 0,3 Kilowatt­stunden (5 bis 7 Cent). Das „Schnel­laufheizen“ spart kaum Strom, geht aber meist schneller.“

Meine Tipps für das Backofen-Vorheizen

  • Öffnen Sie die Backofentür während des Backens nur, wenn es unbedingt nötig ist. Wenn Sie es nicht vermeiden können wie zum Beispiel bei einer Garprobe, halten Sie die Backofentür nur so kurz wie möglich geöffnet. Denn die meiste Hitze und somit auch bares Geld durch die Energiekosten geht durch das Öffnen der Backofentür verloren.
  • Beachten Sie die Reihenfolge bei den Rezeptangaben. Erledigen Sie doch einige Arbeiten vor dem Anstellen des Backofens. Fetten Sie zuerst die Backform und stellen alle Zutaten und Geräte bereit, bevor Sie den Backofen anstellen. Ein schönes Beispiel habe ich bei Lisbeth’s gefunden: lisbeths.de/schmand-kekse
  • Wenn Sie den Backofenraum ausnutzen wollen, überlegen Sie, ob Sie eventuell das doppelte Rezept zubereiten.
  • Ein weiterer Tipp zur Energieeinsparung ist natürlich, den Backofen auszuräumen, bevor er angestellt wird. Befinden sich aus Platzgründen noch Töpfe, ein Backblech oder anderes Backgeschirr im Ofen, werden sie mit aufgewärmt, wodurch der Stromverbrauch unnötig steigt.
  • Bei längeren Backzeiten lässt sich auch dadurch Strom sparen, dass Sie die Nachhitze ausnutzen und den Backofen bereits 10 Minuten vor dem eigentlichen Backende ausschalten.
  • Die Energieeffizienz von Herden inclusive Backöfen hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Achten Sie beim Kauf auf die Energieeffizienz, die auf dem EU-Energie-Label exakt angegeben sind. Mehr darüber können hier nachlesen: Energielabel jetzt auch für Backöfen.