Die Brennnessel gehört zu den Brennnesselgewächsen (Urticaceae), sie ist ausdauernd und wächst auf der ganzen Welt in gemäßigten Klimazonen. Die Pflanze verbreitet sich sehr schnell und wächst an Wegrändern, auf Schuttplätzen, an Zäunen, Bäumen und in Gärten. Als Zeigerpflanze wurzelt sie nur auf humusreichen Böden und weist somit immer auf eine gute Bodenbeschaffenheit hin.

Der Tausendsassa Brennnessel ist in allen Gärten zu Unrecht als Unkraut bekannt. Brennnesseln stärken die Abwehrkräfte der Gartenpflanzen und wirken zum Teil auch direkt gegen Krankheiten und Schädlinge. Dabei ist die Brennnessel auch ein unverzichtbares Lebensmittel.

Die aufrechten, vierkantigen Stängel mit den länglich, herzförmigen Blättern, die in den Brennhaaren das Nesselgift beinhalten, sind wertvolle Heilmittel.
Zur Ernte in geschützten Gegenden zieht man am besten Haushaltshandschuhe an, um sich die Haut nicht zu ‚verbrennen‘. Kommt jemand den Pflanzen zu nahe, sondert die Brennnessel aus den Brennhaaren Abwehrstoffe wie Histamin und Ameisensäure ab.
Kleine rote Quaddeln bilden sich und die Haut fängt an zu kribbeln.
Die Brennwirkung ist zwar unangenehm, jedoch ungefährlich und nimmt nach dem Ernten langsam ab. Die Brennnessel ist ein Nitratsammler, deshalb sollten zum Verzehr nur die oberen 4-5 Blätter gesammelt werden.

Verwendung in der Küche

Die Frühlingstriebe werden frisch als Kräutergewürz, Gemüse, Salat, Tee oder für eine Suppe verwendet. Während der ganzen Wachstumsperiode von März bis Oktober/November können die Blätter zum Trocknen gesammelt werden. Die frischen Brennnesselblätter sind wie Spinat oder Mangold zu verarbeiten. Sie schmecken auch hervorragend in der Pestozubereitung und in Smoothies.

Die frischen oder getrockneten Brennnesselsamen sind natürliche und kraftvolle Nahrungsergänzungen. Sie sind sehr gesund und schmecken in Müslis, Joghurts, Suppen und Salaten.

Die Brennnesselwurzeln enthalten pflanzliche Steroidhormone wie beta-Sitosterol, Lignane, Lectine (Proteine) und Polysaccharide und können für Tinkturen weiterverarbeitet werden.

Was sie noch kann

Die Brennnessel gehört zu den bekanntesten blutreinigenden, entgiftenden Heilpflanzen. Sie beseitigt Gifte sowie Stoffwechselendprodukte und regt die Nierenfunktion an. Der Brennnesseltee ist besonders im Frühjahr beliebt zur Unterstützung beim Entschlacken und wirkt der Frühjahrsmüdigkeit entgegen. Die Brennnessel reinigt und regeneriert den ganzen Körper. Brennnesseltee aktiviert die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers. Besonders bei Diabetis, Bluthochdruck, Gicht, Rheuma, Appetitlosigkeit, Magenschwäche, Verdauungsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, uvm. bewährt sich die Brennnessel wirkungsvoll.

Die wertvollen Inhaltsstoffe

Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium, Bor, Phosphor, Schwefel und Kieselsäure, Proteine, Gerbstoffe, Flavonoide, Carotinoide,(Sekundäre Pflanzenstoffe wie Chlorophyl, Phytohormone), ungesättigte Fettsäuren, Nervenbotenstoffe wie Serotonin, Histamin und Acetylcholin, Caffeoyl Chinasäure ( Inhaltsstoff von Kaffee). Die Brennhaare der Brennnesseln enthalten neben Ameisensäure unter anderem auch Natriumformiat. Natriumformiat ist schwach wassergefährdend und hemmt einige Bakterienarten, von anderen wird es jedoch abgebaut.

Brennnesseltee

Der Tee schmeckt angenehm mild-aromatisch und fein würzig. Brennnesseltee eignet sich verdünnt oder mit anderen Kräutern zusammen als Durstlöscher und lässt sich mit Zitronensaft und Wasser einfach zubereiten. Im Sommer ist der Teemix mit Eiswürfeln serviert und etwas gesüßt unschlagbar.

Zubereitung: Ein bis zwei gehäufte Teelöffel getrocknete Brennnesselblätter und kleine Brennnesselstiele werden mit einem viertel Liter frisch abgekochtem Wasser übergossen. 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Brennnesseltee kann man auch aus frischen Blättern leicht zubereiten.

Brennnesselspätzle für 4 Personen

500 g sehr fein gehackte frische oder getrocknete Brennnesselblätter, 500 g Mehl, 1 El Butter, 1 Prise Salz, 4 Eier, ca.100 ml Wasser in einer Schüssel vermengen und mit der Hand oder einem Rührlöffel so lange schlagen, bis der Teig Blasen wirft und eine zähflüssige Beschaffenheit hat. Dann den Spätzleteig abgedeckt 10 Minuten ruhen lassen.

Den Teig durch eine Spätzlepresse drücken oder mit einem Messer von einem Holzbrett portionsweise in kochendes Salzwasser schaben. Jeweils kurz aufkochen lassen und mit einer Schaumkelle herausnehmen. In kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen. Anschließend die Spätzle in einer Pfanne in 1 El heißem Butterschmalz glasieren und servieren.

Stoffe aus Brennnesseln

Schon im Mittelalter wurden die Fasern aus dem Rohstoff Brennnessel genutzt, um daraus z.B. Fischernetze herzustellen. Die Fasern sind relativ reißfest. Brennnesselstoffe sind besonders strapazierfähig, feuchtigkeitsaufsaugend und langlebig.

Stoffe aus Brennnesselfasern sind weich und glänzend wie Seide.
Leider wurde die Brennnessel wie Hanf und das Leinen von der Baumwolle verdrängt. In Kriegzeiten war Baumwolle rar, so dass Textilien und Uniformen aus Brennnesselfasern hergestellt wurden. Brennnesselstoffe galten damals als das Leinen der Armen.

 

Info
Diese Angaben und Informationen werden nach meinen Erfahrungen und nach meinem bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte gedacht und nicht als Therapieanweisungen zu verstehen. Ich übernehme keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt durch die Verwendung der Angaben entstehen. Bei einer Erkrankung konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.