Was ist unter Hochsensibilität zu verstehen?

Hochsensibilität bezeichnet ein besonderes Persönlichkeitsmerkmal innerhalb der vielen Facetten menschlicher Eigenheiten. Untersuchungen ergaben, dass das Nervensystem von Hochsensiblen besonders empfänglich ist für innere und äußere Reize. Die Welt wird wesentlich intensiver erlebt. Das Nervensystem verarbeitet Informationen stärker, so dass sich die Betroffenen eher als Normalsensible angestrengt, reizüberflutet, überfordert, gestresst oder gar verletzlicher fühlen können.

Menschen mit Hochsensibilität nehmen Umgebungsreize stärker wahr und verarbeiten diese Informationen intensiver und differenzierter als weniger sensible Menschen. Auch der Nachklang der gemachten Gedanken und Erfahrungen nimmt längere Zeit in Anspruch. Grundsätzlich stärkeren Grundbelastungen ausgesetzt entgegnen Hochsensible diesen vermehrten Reizen mit immer wieder neuen teilweise sehr anstrengenden Anpassungstaktiken.

Hochsensible verfügen über eine erhöhte Emotionalität, können sich extrem gut in andere Menschen/Situationen hineinversetzen und haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Sie denken ziemlich komplex, lieben tiefsinnige Gespräche, haben einen hohen Leistungsanspruch an sich selbst, sind ausgesprochen kreativ, geradlinig, ehrlich und alles andere als durchschnittlich. Sie vermeiden Menschenaufläufe und unnötige Lärmkulissen. Sie hören nuancierter und blicken tiefer und weiter als Normalsensible. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt an Eigenarten.

Normalsensible empfinden Hochsensible häufig als zu schüchten, zu anders, zu unberechenbar, zu sprunghaft, zu launisch, zu besserwisserisch, zu dünnhäutig, zu temperamentvoll, zu neugierig, zu unbequem und nicht konform genug.

Dennoch ist Hochsensibilität mit den verschiedenen individuellen Schwerpunkten keine Krankheit und hat nicht per se mit seelischer Schwäche oder Introvertiertheit zu tun.

Experten sind sich nicht einig darüber, ob auch die Hochsensitivität mit den ausgeprägten Sinnen zur Hochsensibilität zählt oder als ein extra Charakteristikum wahrgenommen wird. Es wird geschätzt, dass Hochsensibilität etwa 10-20 % der Bevölkerung ausmacht.

Für ein gesundes Gleichgewicht ist es für Hochsensible unerlässlich, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und zu informieren, um rechtzeitig Grenzen zu setzen und zu handeln. Damit der hohe Perfektionsanspruch nicht mit Gefühlen der Unvollkommenheit kollidiert, können Entspannungsübungen oder ein spezielles Coaching einem hochsensiblen Menschen helfen. Dazu zählt auch, sich gesund zu ernähren, sich mit Sport zu stärken und auf entsprechende Regenerationsphasen zu achten.

Hochsensibilität/ HSP im Blickfeld der Wissenschaft

Der Begriff Hochsensibilität wurde Ende der 90-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts von der amerikanischen Psychologin Dr. Elaine Aron durch ihre Untersuchungen neu geprägt.

Wissenschaftler und Psychologen richten ihre Aufmerksamkeit seitdem vermehrt auf das Thema. Neueste umfassende Erkenntnisse und Erfahrungen wurden und werden in den letzten Jahren von Betroffenen, Therapeuten und Psychologen in verschiedenen Büchern veröffentlicht. Zart besaitet von Georg Parlow, Hochsensibel von Eliane Reichhardt, Zart im Nehmen von Kathrin Sohst, Außergewöhnlich normal von Anne Heintze oder Hochsensible Mütter von Brigitte Schorr sind nur einige davon.

Fachkongress für Hochsensibilität

Am 30. Juni 2017 startet der 1. Kongress für Hochsensibilität in Deutschland, initiiert von Kathrin und Stefan Sohst aus Wentorf. Im Zuge dessen lässt sich vielleicht auch eine dem Synonym Hochsensibilität angepasste Begabung eine gerechtere Bezeichnung finden.

Der Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V. Deutschland arbeitet an dem Thema Hochsensibilität an der Vernetzung forschender Wissenschaftler, unterstützt Aktivitäten, stellt Informationen zusammen und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Mehr dazu können Sie auf der HP lesen: www.hochsensibel.org

Hochsensibilität Seifenblase

Glück oder Unglück?

Als Grundursache kommen erbliche, biografische und beeinflussbare Faktoren in Frage.

Die Sozialisierung in frühester Kindheit in Familie, Kindergarten, Schule und Gesellschaft und der Umgang mit Hochsensibiltität entscheiden, ob das Ausleben der Stärken hochsensibler Personen in Rückzug endet oder ob es glückt, die Eigenschaft als Begabung für eine Bereicherung zu entfalten.

Hochsensible werden nicht selten von Normalsensiblen als eher sonderbar oder altklug empfunden. Das Erfahren und Wissen über Hochsensibilität ist für die Betroffenen meistens sehr erleichternd und befreiend. Die Charaktereigenschaften sind individuell und können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, wodurch sie nicht einfach zu erkennen sind. Allgemeine Ratschläge oder einen Königsweg kann es nicht geben. Hochsensible Menschen leben mit dem Gefühl, anders als Normalsensible zu sein.

Die eigene Individualität zu leben ist eine Herausforderung. Den betroffenen Hochsensiblen das Selbstbewusstsein zu stärken muss das Ziel sein, denn Vielfalt und Individualität sind nun mal Grundvoraussetzungen des Lebens.

Hochsensibilität als Gewinn im Job, in Familie und Gesellschaft

Hochsensible Menschen unterscheiden sich durch ihre besonders detaillierten Wahrnehmungen und ihre natürlichen Fähigkeiten von Normalsensiblen. Das macht sie speziell und in der heutigen anspruchsvollen Zeit zu wertvollen und nicht zu unterschätzenden Mitarbeitern, Kollegen und Partnern. Komplexe Zusammenhänge richtig erfassen zu können, Zwischentöne wahrzunehmen und hohe moralische Werte werden gerade heute im Berufsleben wieder verstärkt gefragt.

So manche Missverständnisse am Arbeitsplatz lassen sich vermeiden. Aufklärung schafft Verständnis und dadurch kann ein harmonisches Zusammenarbeiten entstehen. Wir alle wollen verstanden werden. Ein Mitarbeiter hat es verdient, erfüllt zu arbeiten und ein Arbeitgeber hat das Recht auf beste Leistung. Manche Familienkonflikte entstehen gar nicht erst durch eine richtige Kommunikation.

Dass das Thema Hochsensibilität auf eine so große Resonanz trifft, hängt u.a. vermutlich auch mit einer Gegenwehr unserer immer komplexer werdenden unsteten Welt zusammen.

Vielbegabung

Von Vielbegabung spricht man bei Scanner-Persönlichkeiten. In den vergangenen Jahrzehnten der wirtschaftlichen Entwicklung war Spezialisierung und Expertenwissen gefragt. Auch heute noch zählt schon in der Schule Konformität und nicht eine besondere Begabung. Scannertalente bleiben dabei auf der Strecke. Diese Sachlage befindet sich glücklicherweise langsam im Wandel.

Vielbegabte sind außerordentlich neugierig auf Menschen und auf das Leben. Sie verfügen über ein sehr breit gefächertes Interesse an den unterschiedlichsten Themen. Ihr Ideenreichtum überfordert sie gelegentlich selbst. Es fällt Scannern schwer, sich zu begrenzen, umso wichtiger ist es, zu lernen, mit den vielen Talenten umzugehen. Geistige Unterforderung und Überforderung durch Langeweile führen auf Dauer unweigerlich zu Krankheitssymptomen.

Emotionale Intelligenz

Daniel Goleman hat mit seinen Buchveröffentlichungen in Deutschland ab den 90er Jahren erheblich dazu beigetragen, die Bedeutung der Emotionalen Intelligenz bekannt zu machen. Emotionale Intelligenz zeigt sich besonders durch hohe Empathiefähigkeit, Motivation, Verständnis für sich und andere, Selbstreflexion und selbstkontroliertes Verhalten.
Besonders in den heutigen anspruchsvollen Umbruchzeiten sind diese Fähigkeiten bei Vorgesetzten, Mitarbeitern, Familie und Freunden immer mehr gefragt. Die vergangenen Jahrzehnte haben bewiesen, dass uns Handeln nur mit der Intelligenz des Verstandes nicht weiter bringt.

Heute sind zusätzlich zu den beruflichen Spezialisierungen menschliche Stärken gefragt, um dauerhaft gekonnt mit hohen Anforderungen, Druck, Stress, Unsicherheiten umgehen zu können. Wer sich selbst nicht im Griff hat, wird kaum mit äußeren Anfechtungen sorgfältig umgehen können.

„Mitten in dem, was wir Problem nennen, liegen Pfade und Wege, die wir noch nicht entdeckt haben.“ Arnold Mindel

Kirsch-Buttermilch-Drink

Unterschätzt: Die richtige Ernährung bei Hochsensibilität

Wer hochsensibel ist und den Anforderungen des Alltags gewachsen sein möchte, sollte die volle Verantwortung für seine Gesundheit übernehmen. Das beginnt mit der richtigen Ernährung!

Hochsensible Menschen brauchen elementar energieliefernde und nicht energiezehrende Nahrung!

Das bedeutet, die Mahlzeiten des Tages mit allen wichtigen Nährstoffen gut zu planen, um den Griff zu Kaffee, Cola, Süßigkeiten, Pommes und dem schnellen Käsebrötchen vom Bäcker um die Ecke zu vermeiden. Restaurantbesuche sollten gut überlegt und Kantinenessen eingeschränkt werden. Hochsensible brauchen aufgrund ihrer hohen Anforderungen nach meiner Einschätzung mindestens das 1,5-fache an Nährstoffen der empfohlenen Menge der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V).

Wer sich als Hochsensibler vernünftig, d.h. vollwertig ernährt und auch entsprechend supplementiert, kann auf Fastfood, Alkohol, Nikotin, Zucker & Co., Tranquilizer, Amphetamine und andere entsprechende Medikamente verzichten und 100-prozentige Leistung abrufen.

Wichtig ist außerdem zu wissen, wie man sich bei emotionalen Spannungen und einem auftretenden Essdrang verhalten kann. Wir alle sollten wieder lernen, unseren Instinkten mehr zu vertrauen.

Warum Aktivität bei Hochsensibilität so wichtig ist

Unkenntnis im Umgang mit Hochsensibilität versetzt Hochsensible von Situation zu Situation unter Stress. Jeder Stress in unserem Körper, ob körperlich oder seelisch, bewirkt die Ausschüttung des körpereigenen Hormons Cortisol, das auch als Stresshormon bekannt ist. Cortisol beeinflusst viele Prozesse in unserem Körper wie den Stoffwechsel und auch unsere emotionale Stabilität. Studien bestätigen, dass eine ständige Ausschüttung an Cortisol das Immunsystem schwächt und mit Krankheiten wie Angstzuständen und Depressionen, chronische Erschöpfung, gestörtem Hormonhaushalt, Schlafstörungen und Gewichtszunahme zusammenhängt.

Neben guter Ernährung baut tägliche, ausreichende Bewegung Stress ab, senkt den Blutdruck, den Cholesterinspiegel und stärkt das Immunsystem. Sport stärkt das Selbstbewusstsein und macht belastbarer.

Schon 10.000 Schritte täglich, messbar mit einer Fitness-App oder einem Schrittzähler-Armband* können leicht in den Alltag eingebaut werden.

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Die Schritte lassen sich leichter in den Alltag integrieren, als es scheint: Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug, lassen Sie das Auto stehen und erledigen Sie einige kürzere Wegstrecken zu Fuß (oder auch mit dem Fahrrad), laufen Sie in der Mittagspause nach dem Mittagessen 30 Minuten um den Block. Ausgedehnte Spaziergänge kann man entspannt ins Wochenende verlegen. Mehr dazu hier: www.blitzrechner.de/schritte-meter-umrechnen

Ideal sind 3 – 5 mal für 30 – 60 Minuten Ausdauersport und 2 – 3 mal Krafttraining in der Woche. Wichtig dabei ist, in kleinen Einheiten zu beginnen und den Umfang langsam zu steigern. Der Stoffwechsel braucht einige Wochen, um sich umzustellen, trotzdem stellt sich relativ schnell eine spürbar höhere Belastbarkeit ein. Genau darum geht es.

Wenn Sie wissen möchten, warum Laufen (Gehen, Walken) so effektiv ist, habe ich in meinem Beitrag Warum Sie unbedingt mit dem Laufen anfangen sollten einige Fakten für Sie zusammengefasst.

Weitere interessante Infos zu Weiterbildung, Coaching und Veranstaltungen im Bereich Hochsensibilität finden Sie z.B. hier: www.aurum-cordis.de

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Mein persönliches Interesse an dem Thema

Ungefähr seit ich denken kann, weiß ich, dass ich anders bin. Dass ich mich trotzdem als normal empfunden habe, verdanke ich meinem Vater, der mich von klein auf darin bestärkt hat, den Mut zum Querdenken und zur Authentizität zu haben und der mich, auch wenn ich mal zweifelte oder gescheitert bin, für begabt und wertvoll hielt und mir immer den Rücken stärkte. Seit diesen frühen Jahren hat das Kind einen konkreten Namen: Hochsensibilität.

Letztendlich faszinieren mich Menschen, vor allem das Andere und Einzigartige an ihnen. Der Zusammenhang zwischen Stabilität und Potenzialentfaltung, gesunder Ernährung und Sport ist mein Steckenpferd und mein Blick über den Tellerrand brachte mich auf die Idee, ein Kochbuch für Hochsensible zu schreiben. Es ist in Arbeit und ziemlich persönlich.