Ein allgemein weit verbreitetes Denken ist, dass die Vogelbeeren giftig sind. Die rohen Früchte enthalten Parasorbinsäure, die zu Magen- und Darm-Beschwerden führen kann.

Aber durch Kochen oder Trocknen im Ofen der Vogelbeeren wird die Parasorbinsäure in Sorbinsäure umgewandelt und so werden die Vogelbeeren bekömmlich. Und wie immer kommt es auf das Maß, wieviel wir zu uns nehmen, an.

Der botanische Name der Vogelbeeren lautet Sorbus aucuparia und gehört zu der Familie der Rosengewächse.

Die meist an Weg-und Waldrändern oder Knicks stehenden Vogelbeeren-Sträucher und Bäume mit den hübschen orange leuchtenden Beeren-Dolden, oft auch Ebereschen, Drosselbeeren, Quitsche oder Krametsbeerbaum genannt, reifen ab Juli/August.

Jedoch ist die beste Erntezeit eigentlich nach dem ersten Frost. Durch den Frost entfalten die Früchte erst ihr typisches Aroma. Wer darauf nicht warten möchte, kann die Vogelbeeren aber auch rechtzeitig ab Juli/August ernten und sie dann einfrieren.

Die milderen Früchte wachsen allerdings an den kultivierten Mährischen, Süßen- oder Edelebereschen-Sträuchern, die einen geringeren Gerbsäure-Anteil und einen höheren Zuckeranteil vorweisen.

Den meisten Leuten ist das Marmeladen-Mus aus Vogelbeeren als exquisiten Brotaufstrich oder der Vogelbeeren-Schnaps bekannt.

Vogelbeeren-Saft

Vogelbeeren-Saft

Zutaten

  • 1 Kg Vogelbeeren
  • 2,5 L Wasser

Zubereitung

1. Die Früchte entstielen, verlesen und gründlich abspülen.

2. Die abgetropften Vogelbeeren in einen Kochtopf füllen und mit Wasser bedeckt aufkochen.

3. Nach etwa 20-30 Minuten sind die Beeren aufgeplatzt, bzw. weich gekocht.

4. Die Vogelbeeren durch ein sehr feines Sieb abgießen und den Saft gut abtropfen lassen.

5. Den heißen Saft ungesüßt direkt in saubere Flaschen füllen, die Flaschen fest verschließen und beschriften.

Mein Tipp

Der orange-rote leicht herb schmeckende Saft kann heiß oder kalt als Grog, Saft oder Tee, mit Honig gesüßt und mit Wasser/Mineralwasser verdünnt werden, zum Beispiel mit einem Spritzer frischen Zitronensaft.
Der Saft kann auch gleich direkt weiter verarbeitet werden zu Gelee, Schnaps oder Sirup.

*Wenn die Vogelbeeren bei der Saft-Herstellung penibel entstielt werden, lässt sich der Trester auch gleich zu Mus verarbeiten.

Vogelbeeren-Mus

Den bei der Saft-Produktion übrig gebliebenen Trester kann man gut zu Mus weiter verarbeiten.
Die Masse in einem leistungssarken Mixer mit einer ordentlichen Zugabe von braunen Zucker gründlich pürieren, einmal kurz aufkochen und in vorbereitete Gläser füllen.

Das Vogelbeeren-Mus schmeckt im Natur-Joghurt, Müsli, zum Bestreichen von Kuchen oder einfach auf einer Scheibe Brot.

Vogelbeeren-Gelee

Zutaten

  • 750 ml Vogelbeeren-Saft
  • 250 ml Apfel,- Birnen- oder Pflaumensaft
  • 750 g Gelierzucker oder alternativ Pektin+braunen Zucker

Zubereitung

  1. Die Zutaten in einen Topf geben, aufkochen, vier Minuten unter Rühren sprudelnd kochen lassen, eine Gelierprobe machen und in vorbereitete Gläser füllen.
  2. Die Gläser auskühlen lassen und beschriften.

Mein Tipp

Der intensive Geschmack der Vogelbeeren reicht eigentlich völlig aus für das Gelee, man kann es aber mit Gewürzen wie Vanille oder Zimt oder auch etwas Zitronensaft aufpeppen.

Vogelbeeren-Sirup

Zutaten

  • 500 ml Vogelbeeren-Saft
  • 500 g braunen Zucker

Zubereitung

  1. Saft und Zucker in einem Kochtopf zum Kochen bringen und etwa 15 Minuten unter gelegentlichem Umrühren leicht kochen lassen.
  2. Den Vogelbeeren-Sirup durch einen Trichter in saubere, vorher heiß ausgespülte Fläschchen füllen.
  3. Die Fläschchen fest verschließen, abkühlen lassen und beschriften.

Mein Tipp

Der Vogelbeeren-Sirup ist eine reine Delikatesse. Deshalb gibt es auch am besten nur einen Schuss zum Verfeinern von Cocktails oder Limonaden, Desserts, Eis, Kaffee mit Sahnehäubchen oder Latte Macchiato, Käse, Salaten, Soßen, Wildgerichten und dunklem Fleisch. Dieser Sirup ist übrigens ein tolles Geschenk.

Wenn eine Erkältung im Anmarsch ist

Besonders durch den sehr hohen Vitamin C-Gehalt sind die Früchte eine kleine Natur-Apotheke und so wirksam gegen Erkältungskrankheiten. In der Naturheilkunde werden auch die Blüten im Mai/Juni und die Blätter für einen Tee verwendet.

Weitere Wirkstoffe sind unter anderem das Provitamin A, Mineralstoffe und Spurenelemente, Gerb- und Bitterstoffe, verschiedene Säuren, Sorbitol (Zuckeralkohol), Pektin und ätherisches Öl.

Die hart Gesottenen gurgeln mit einer Abkochung, bzw. Tee oder zerkauen einige frische unverarbeitete Vogelbeeren gegen Heiserkeit, Husten und Bronchitis.

Vogelbeeren