Die Heilpflanze der blau bis violett farbenen Lavendel stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist bei uns längst traditionell als Beet- und Topfpflanze beheimatet. Eine sonnige und neutrale Lage ist eine wichtige Bedingung für das gesunde Wachstum des Lippenblütlers.

Der beliebte Lavendelstrauch ist in jedem Garten eine Augenweide. Er fühlt sich nicht nur farblich wohl in der Nachbarschaft mit Rosen und der Akelei.

Der Name Lavendel leitet sich aus dem lateinischen Namen Lavare ab, der mit waschen in Verbindung steht. Denn die Lavendelblüten sind eine favorisierte Zutat für Schönheitswasser und Parfum. Die Erntezeit ist in der Regel im Juli, wenn die Blüten sich vollständig entfaltet haben. Einige Menschen reagieren auf ätherische Öle eventuell mit Unverträglichkeit.

Lavendelmischungen können mit chemisch unbehandeltem Lavendel aus dem eigenen Garten zubereitet werden. Damit Schmetterlinge und Insekten sich in den Lavendelblüten weiter tummeln können, lässt man am besten ausreichende Zweige stehen.

Wirkung

Hildegard von Bingen nannte Lavendel Muttergotteskraut. Mit den Wirkstoffen der ätherischen Öle, Gerbstoffen, Glykosiden und Saponinen hilft er bei:

  • Appetitlosigkeit
  • Asthma
  • Blutergüsse
  • Entzündete Wunden
  • Herzschwäche
  • Gicht
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität und Unruhe
  • Rheuma
  • Verdauungsschwäche
  • Verstimmungen
  • Übelkeit vom Magen
  • Zahnschmerzen

Einige Ideen für die Verarbeitung von Lavendel

Dekoration

Trockene Lavendelblüten und Lavendelblätter eignen sich besonders für romantische Blumen- und Kranzarrangements, Sträuße und Gestecke. Dekorative Gebinde aus Lavendel sind mit anderen Blumen leicht herzustellen und für mindestens ein Jahr haltbar.

Mottenschutz

Dafür werden Lavendelblüten noch an den Stengeln solange getrocknet, bis sie rascheln. Anschließend streift man die Blüten ab und füllt damit kleine hübsche Säckchen aus Leinen oder Baumwolle. Der Duft entfaltet sich angenehm im Wäscheschrank und hält die Motten fern.

Raumduft

Schon bei der Ernte von Lavendel wird man umhüllt von einem besonderen, blumig herben Duft, der noch nach der Trocknung erhalten bleibt. Um einen Raum mit diesem Duft zu erfrischen, bindet man einige frische Blütenzweige zusammen und dekoriert ihn im Zimmer.

Lavendelkissen

Der auch als Nervenkraut bekannte Lavendel kann sehr beruhigend wirken. Dafür nimmt man eine kleine Kissenhülle aus Naturmaterial und füllt sie mit getrockneten Lavendelblüten.
Für die Kissengröße reichen maximal 20×20 cm, um nicht von einem zu starken Duft benebelt zu werden. Damit sich der Blütenduft voll entfalten kann, genügt es, das Kissen zu 3/4 zu befüllen.

Entspannungsbad

Für ein entspannendes Vollbad nimmt man etwa eine Handvoll frische oder getrocknete Lavendelblüten, übergießt sie mit einem Liter frisch abgekochtem Wasser und lässt die Mischung 10 Minuten ziehen. Danach abseihen und zum Badewasser geben. Als Alternative kann man auch einige wenige Tropfen Lavendelöl ins Badewasser tröpfeln. Das 20 minütige Bad wirkt beruhigend und fördert den Schlaf.

Fußbad

Dafür 1 Esslöffel Lavendelblüten und 1 Esslöffel Brennesselblätter in einen Topf geben. Mit etwa 1/2 Liter heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Dann den Sud in eine entsprechend große Schale abseihen und mit Wasser auffüllen. Die Temperatur sollte 37° Grad nicht überschreiten. Ein Lavendelfußbad ist sehr wirkungsvoll gegen Kopfschmerzen.

Lavendel-Öl

Lavendelblüten mit Stengeln lassen sich unkompliziert zu einem aromatischen Kräuteröl verarbeiten.
Lavendelöl ist schnell zubereitet. Man gibt einige frische Lavendelzweige mit den Blüten in eine Flasche Olivenöl und lässt sie an einem warmen, sonnigen Ort etwa 2 Wochen ziehen. Dann die Zweige herausnehmen und das Öl wie gewohnt weiter verarbeiten.
Das Lavendelöl passt zu Salaten, verschiedenem Gemüse, Fleisch und Fisch.
Das Lavendelöl eignet sich auch zur Hautpflege und zu einer entspannden Massage.

Lavendel als Nahrung

Lavendel-Tee

Für den Tee rechnet man 1 Teelöffel Blüten für eine normale Tasse abgekochtem Wasser. 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Lavendelblüten vertragen sich auch bestens als Teemischung mit schwarzem Tee und anderen Kräutern.
Bei Halsschmerzen mit einigen Schlucken Lavendeltee gründlich gurgeln.

Lavendel-Sirup

  • 500 ml Wasser, 250 g braunen oder weißen Zucker, etwa 1 Handvoll frische Lavendelblüten, 1/2 halbe Zitrone

Zucker und Wasser einmal aufkochen lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und die Blüten mit dem Saft der halben Zitrone zufügen. Über Nacht abkühlen lassen, abseihen und in eine sterile Flasche füllen. Im Kühlschrank aufbewahren. Den Sud kann man noch einmal als Teeaufguss verwenden.
Der Sirup schmeckt köstlich eisgekühlt mit Mineralwasser, Tonic oder Sekt aufgefüllt.

Lavendel-Butter für 4 Personen

  • 250 g Butter, 3 Teelöffel fein gemörserte Lavendelblüten, 1 Teelöffel frischen Zitronensaft, 1 Knoblauchzehe, Salz nach Geschmack.

Die weiche Butter in eine Schüssel geben.
Den geschälten Knoblauch pressen oder sehr fein schneiden und zusammen mit den restlichen Zutaten mit der Butter vermengen.
Beim Salzen sollte man zaghaft vorgehen, lieber etwas nachsalzen. Zum Durchziehen in den Kühlschrank stellen.
Diese Kräuterbutter passt gut auf’s Brot, zu Gemüse, Lamm, Fisch und Gegrilltem.
Kräuterbutter lässt sich prima vorbereiten. Dazu wickelt man sie in einer Folie zu einer Rolle oder formt sie in dafür vorgesehene Butterförmchen. Lavendelbutter lässt sich ohne Weiteres einfrieren.

Lavendel-Soße für 4 Personen

  • 30 g Butterschmalz, 40 g Mehl, 1 Liter Wasser, Salz, 1 Esslöffel gekörnte Brühe, 1-2 Teelöffel Lavendelpulver oder fein zermörserte Blüten.

Das Fett in einem Kochtopf erhitzen und unter Rühren mit einem Schneebesen langsam das Mehl einstreuen.
Unter Rühren nach und nach das Wasser hinein gießen und kräftig weiter rühren, bis sich die letzten Klümpchen aufgelöst haben. Dann den Topf vom Herd nehmen. Mit Salz, Brühe und Lavendelpulver würzen.
Mit etwas Zitronensaft oder Weißwein, 1 Teelöffel Zucker und einen Schuss saurer oder süßer Sahne verfeinern.

Lavendel-Salz

  • Mindestens 3 Teile Speisesalz und 1 Teil getrocknete Lavendelblüten mischen und in ein verschließbares Glas füllen.

Salz konserviert das Aroma von Lavendel und verstärkt auf natürliche Weise den Geschmack.

Lavendel-Gewürz

Die getrockneten, von den Stengeln befreiten Blüten werden fein gemörsert und in beschrifteten Gläsern mit Datum versehen aufbewahrt. Je nach Geschmack würzt man Salate, Gemüse-und Kartoffelgerichte, Suppen und Soßen, Geflügel, Lamm oder Fisch damit.
Auch Süßspeisen wie Eis, Quark und Pudding lassen sich mit den farbigen Blüten hübsch dekorieren.
Die Blüten sind 1 Jahr haltbar, danach verliert sich die Wirkung.

Lavendel-Zucker

Je nach Geschmack etwa 500 g braunen oder weißen Haushaltszucker mit einigen Esslöffeln getrockneten Lavendelblüten mischen, in ein verschließbares Glas füllen und beschriften.
Mit einem hübschen Schleifenband versehen ist der aromatisierte Zucker ein schönes Mitbringsel und Gastgeschenk.

Lavendel-Geist

Einen Auszug aus 40 g Lavendelblüten, 40 ml Alkohol (z.B. Korn 38%) und 40 ml Wasser in einem verschließbaren Glas für 10 Tage an eine sonnigen Ort stellen. Dann abseihen, in ein kleines Fläschchen umfüllen und mit Datum und Bezeichnung versehen.
Bei Rheuma, Blutergüssen und Nervenschmerzen die betroffenen Stellen damit einreiben, die Durchblutung wird dadurch angeregt.

Info
Diese Angaben und Informationen werden nach meinen Erfahrungen und nach meinem bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschließlich für Interessierte gedacht und nicht als Therapieanweisungen zu verstehen. Ich übernehme keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt durch die Verwendung der Angaben entstehen. Bei einer Erkrankung konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.