Vermutlich kennen Sie diese Situation: Sie halten Ihre Kontoauszüge in der Hand und wundern sich, wo das Geld wieder geblieben ist. Haben Sie die Kontrolle über Ihre Finanzen und wissen Sie, wie hoch Ihr Haushaltsbudget ist?

Das Haushaltsbudget ist ein Finanzplan bzw. eine Kostenaufstellung zur Übersicht und Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben, die in einem Haushaltsbuch oder einem Haushaltsplan festgehalten werden können. Wussten Sie, dass jeder Haushalt ein kleiner Betrieb ist, der schon mit einer einfachen Buchführung die Übersicht über seine Ein- und Ausnahmen behalten kann?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie erinnern sich mit diesen Notizen leichter an ungeplante Ausgaben und führen sich vor Augen, wie Sie sinnvoller und sparsamer mit Ihrem Geld umgehen. Unvorhergesehene Ausgaben schmeissen Sie nicht so leicht aus der Bahn. Sie können zukünftige Vorhaben wie größere Anschaffungen oder einen Jahresurlaub besser planen. Der Überblick der finanziellen Situation sichert zuverlässig das richtige und rechtzeitige Handeln. Ihr Haushaltsbudget im Griff zu haben, ist eine effektive Maßnahme, einer Verschuldung vorzubeugen, bestehende Schulden leichter abzutragen oder für bestimmte Dinge zu sparen. Für viele Haushalte ist es in Zeiten der Teuerung immens wichtig.

Was sollten Sie beachten?

Alles ist eine Sache der Gewohnheit. Nur einige wenige Dinge gibt es zu beachten: Wichtig ist, dass Sie sich in Ruhe regelmäßig Zeit für die Eintragungen in Ihr Haushaltsbuch nehmen. Hier können Sie jeden Abend oder einmal in der Woche, je nach dem, wann Sie Ihr Geld ausgeben, Ihre Eintragungen machen. Wenn Sie auf ihre Geldausgaben achten, weil Sie mit einem bestimmten Betrag zurecht kommen müssen, lassen Sie sich nicht durch verführerische Sonderangebote verleiten. Die Gefahren lauern überall. Lassen Sie sich nach jedem auch noch so kleinen Einkauf eine Quittung geben und heben Sie sie gut auf. Sollte mal ein Beleg nicht vorhanden sein, schreiben Sie den Grund der Anschaffung, den Betrag und das Datum des Kaufes oder der Einnahme selber auf einen Zettel.

Wenn möglich, richten Sie sich am besten einen immer gleichen Platz zum Arbeiten ein. Das kann der Schreibtisch genau so wie der Küchentisch sein. Die Belege können Sie entweder auf einem Zettelspieß aufbewahren, in einer kleinen nur dafür vorgesehenen Schublade oder einem entsprechenden Mini-Schnellhefter. Je nachdem, wie Sie es sich zeitlich einrichten können, übertragen Sie die einzelnen Beträge in die übersichtlich angeordneten Kategorien des Haushaltsbuches.

Immer jeweils über einen Zeitraum von einem Monat sollten alle Ausgaben und Einnahmen festgehalten werden. Und das jeden Monat wieder von Neuem. Sammeln Sie alle Kassenbons, Quittungen, Rechnungen und Belege. Am Ende des Monats wird gegengerechnet und Sie wissen genau, wo Sie finanziell stehen.

Unterscheiden Sie zwischen Bargeldausgaben und Zahlungen über Ihr Bankkonto. Ein kleiner Tipp: Die EC-Karte ist mal eben schnell gezückt und verführt leichter zu einem Kauf. Und überlegen Sie, dass jede einzelne Buchungsbewegung je nach Buchungsmodell Ihres Kontos zwar zunächst kleine, aber extra Kosten verursacht. So kostet mich beispielsweise bei meiner Bank, wenn ich über das Girokonto mit der EC-Karte im Supermarkt bezahle, die Buchung 0,35 Cent. Das macht für meine regelmäßigen Wocheneinkäufe in jeweils etwa drei verschiedenen Geschäften 0,35 x 3=1,05 Euro pro Wocheneinkauf. In der Regel kaufe ich zwei Mal pro Woche ein, Montag und Freitag. Das wären 2,10 Euro pro Woche. Auf den Monat gerechnet gebe ich also 8,40 Euro und im Jahr 100,80 Euro nur für diese Gebühren aus. Damit sind noch nicht die Zwischeneinkäufe und das Tanken zugerechnet. Deshalb hebe ich lieber einmal in der Woche für meine regelmäßigen Wocheneinkäufe einen bestimmten Betrag in bar von meinem Konto ab, wofür nur eine einmalige Gebühr anfällt.

Wie Sie Ihr Haushaltsbudget überblicken

Am Sinnvollsten ist es, ein Haushaltsbuch anzuschaffen, dass es relativ günstig bei Amazon (siehe Partnerlinks oben) gibt, in größeren Supermärkten und Drogerienketten und in Schreibwarenläden. Fragen Sie auch bei Ihrer Bank nach, denn einige Banken stellen Haushaltspläne gratis zur Verfügung. Natürlich gibt es im Internet entsprechende kostenlose Tools dafür. Ich würde allerdings handschriftliche Einträge in ein Haushaltsbuch immer vorziehen. Nun geht es darum, alle Fakten, das heisst jede einzelne Geldausgabe und jede einzelne Geldeinnahme zu einem monatlichen Haushaltsbudget zusammenzufassen. Dazu werden alle monatlichen Einnahmen und Ausgaben einer bestimmten Kategorie zugeordnet.

Die Einnahmen-Kategorien sind z.B. Erwerbstätigkeit, Nebenerwerbstätigkeit, bezahltes Ehrenamt, Rente, Kindergeld, Schenkungen, Erbschaft, Steuerrückerstattungen, Mieteinnahmen, Gewinne, usw.

Die Kategorien der Ausgaben sind z.B. Lebensmittel, Wohnung/ Miete, Bekleidung, Körperpflege, Reparaturen, Anschaffungen, Fahrkosten, KFZ und Kraftstoff, Versicherungen, Krankenkassen, Medikamente und Zuzahlungen bei Behandlungen, evtl. Unterhaltsverpflichtungen, Bankkosten und Zinsen, Steuern, Geschenke, Familienfeste Haustiere, Taschengeld, Urlaub und Reisen, Trinkgelder, Spenden, Strafen, uvm.

Ihre Haushaltsbudget-Planung und die Ergebnisse

Noch ein kleiner Tipp: Kategorisieren Sie die teuren Produkte Zigarretten, Alkohol, vor allem Süssigkeiten und Knabberzeug unter Genussmittel und nicht unter Lebensmittel ein. Das macht einen Unterschied – psychologisch und bei den Überlegungen zum Kauf.

Und nun stellen Sie sich folgende Fragen: Welche Einkommensquellen gibt es tatsächlich in Ihrem Haushalt? Wieviel Geld benötigen Sie mindestens im Monat, um über die Runden zu kommen? Wie teuer ist Ihre Lebenshaltung und wieviel Geld wurde bisher für den Haushalt ausgegeben? Wieviel Geld geben Sie nur für Ihre Lebensmittel aus? Mit Hilfe einer Einkaufsliste landen deutlich weniger verdorbene Lebensmittel im Müll. Alles was nicht im Müll landet, bleibt quasi in der Haushaltskasse. Welcher Aufwand fällt für Reparaturen zum Beispiel für das Auto an? Wie hoch sind die Fixkosten? Welche Einsparungen ergeben sich? Wollen und können Sie evtl. Reserven für Notfälle anlegen? Entwickeln Sie Freude am Umgang mit Geld, denn Geld ist nichts Schlechtes.

Haushaltsbuch

Wie Sie Zuhause noch sparen können

Über das ganze Jahr gesehen können sich so manche Einsparungen allein dadurch ergeben, dass Sie kleine Gewohnheiten verändern. Zum Beispiel: Regulieren Sie die Heizungen sparsam und heizen Sie nur die Räume, in denen es wirklich nötig ist. Stellen Sie die Waschmaschine nur an, wenn sie ausreichend mit Wäsche gefüllt ist. Lassen Sie den Wasserhahn sparsam laufen, waschen Sie sich die Hände mit kaltem Wasser. Vergleichen Sie die Strompreise Ihres Anbieters und die der Konkurenz, genauso die Telefontarife. Und kennen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung?

Verwöhnen Sie sich mit selbstgemachten Essen, wenn Sie unterwegs sind. Statt am Imbiss oder im Restaurant teuer zu bezahlen bereiten Sie sich Ihr Essen und Trinken zu Hause zum Mitnehmen vor. Laufen Sie zum Bäcker statt mit dem Auto die kurze Strecke zu fahren, das tut auch noch Ihrer Gesundheit gut. Gesundheit ist günstiger als Krankheit.

Nehmen Sie den Besen in die Hand statt den Staubsauer anzustellen. Haben Sie beim Einkauf Ihren Einkaufskorb dabei oder kaufen Sie eine Tüte für 0,20 Cent? Verringern Sie Ihre überteuerte Putzmittel-Batterie. Zum Saubermachen der Wohnung genügen in der Regel drei bis vier verschiedene Reinigungsmittel: Neutralreiniger, Scheuerpulver, Essigessenz und Natronsalz, alle vier Putzmittel sind sehr günstig im Einkauf, auch noch umweltfreundlich und lösen keine Allergien aus. Benötigen Sie dennoch das eine oder andere Spezial-Putzmittel, ist das auch ok.

Wie steht es um Ihr Zeitschriften-Abonnement? Lesen Sie die Zeitschrift noch mit der gleichen Freude wie vor einem Jahr? Wenn nicht, kündigen Sie es. Ihnen fällt bestimmt noch so einiges ein. Spätestens am Ende des Jahres werden Sie die Ergebnisse sehen. Freuen Sie sich auf die Bilanz. Sie kennen den Spruch? Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.

Jetzt dürfte Ihnen klar sein, was Sie vielleicht in Ihrem Haushaltsbudget verändern wollen oder können. Kaufen Sie geplant. Schreiben Sie die Lebensmittel, die Ihnen in der Küche ausgehen, direkt sofort auf den Einkaufszettel und halten sich auch strikt daran. Lassen Sie sich nicht in der Kassenschlange von Sonderangeboten verführen, die Sie nicht brauchen, das Geld ist dann weg. Ziehen Sie frische Lebensmittel der Saison (Siehe: Saisonale Obst- und Gemüse-Tabelle) den teuren Convenience-Produkten vor. Kochen Sie wieder mehr selbst. Salatdressings (Zum Beispiel Joghurt-Dressing auf gemischtem Eisbergsalat) und Soßen (Siehe: Schnelle Tomatensoße) sind genauso schnell selber angerührt wie gekauft. Nur schmecken sie besser, sind gesünder und sie sind um einiges billiger. Das gilt auch für weitere Produkte. Lieferdienste, Fertigprodukte, Fast Food und Restaurantessen inklusive Trinkgeld kostet mehr als das Essen Zuhause. Achten Sie darauf, was Sie wirklich brauchen. Belohnen Sie sich nicht jeden Tag einfach nur so für irgendwas. Führen Sie kleine bewusste Belohnungs-Rituale ein. Gönnen Sie sich am Wochenende etwas Besonderes.

Nehmen Sie diese Kontrollen jeden Monat auf’s Neue vor, denn es ergeben sich gerade in Familienhaushalten immer wieder Veränderungen. Viel Erfolg.

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